ER-Diagramm erstellen: Entitäten, Beziehungen und Kardinalitäten
Das Entity-Relationship-Modell ist der Standard-Einstieg in jede Datenbankaufgabe der IHK-Prüfung. Hier lernst du Entitäten, Beziehungen und Kardinalitäten kennen. Außerdem zeigen wir dir, wie du eine n:m-Beziehung sauber auflöst.
Die drei Bausteine
Eine Entität ist ein Objekt der realen Welt (Kunde, Artikel, Auftrag). Attribute beschreiben die Entität (Name, Preis, Datum). Eines davon ist der Primärschlüssel, der jeden Datensatz eindeutig identifiziert. Beziehungen verbinden Entitäten miteinander und tragen die Kardinalität.
📐 Stell es dir wie einen Bauplan vor: Bevor ein Haus gebaut wird, zeichnet der Architekt einen Grundriss. Das ER-Diagramm ist genau dieser Grundriss für deine Datenbank. Die Entitäten sind die Räume (Kunde, Artikel), die Attribute die Einrichtung darin, und die Beziehungen sind die Türen zwischen den Räumen. Die Kardinalität sagt, wie viele durch eine Tür passen: eine Person oder viele Personen? Erst wenn der Plan steht, „baust" du daraus die Tabellen.
Die Kardinalitäten
| Typ | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| 1:1 | Jedem A gehört genau ein B | Mitarbeiter und Firmenlaptop |
| 1:n | Ein A hat viele B, jedes B genau ein A | Kunde und Aufträge |
| n:m | Viele A stehen mit vielen B in Beziehung | Schüler und Kurse |
Der Prüfungsklassiker: n:m auflösen
Eine n:m-Beziehung lässt sich nicht direkt in Tabellen umsetzen. Sie wird über eine Zwischentabelle (auch Kreuz- oder Beziehungstabelle) in zwei 1:n-Beziehungen zerlegt.
Beispiel: schueler(schueler_id, name) und kurs(kurs_id, titel) bekommen die Zwischentabelle belegung(schueler_id, kurs_id, note). Ihr Primärschlüssel ist meist die Kombination beider Fremdschlüssel, und sie kann eigene Attribute tragen (hier: die Note).
Vom ER-Modell zur Tabelle
Bei der Überführung gilt: Jede Entität wird eine Tabelle. Bei 1:n wandert der Primärschlüssel der 1-Seite als Fremdschlüssel in die n-Seite (der Kunde steckt als kunden_nr im Auftrag, nie umgekehrt). Bei n:m entsteht die Zwischentabelle. Genau diese Überführung ist eine Standard-Teilaufgabe der Prüfung.
💡 Prüfungstipp, Fremdschlüssel richtig setzen: Der Fremdschlüssel wandert bei 1:n immer auf die n-Seite („der Kunde steckt im Auftrag, nicht umgekehrt"). Und eine n:m-Beziehung wird nie direkt umgesetzt, sie braucht immer eine Zwischentabelle. Wer sich nur diese zwei Regeln merkt, holt sich fast alle Punkte bei Datenbankaufgaben.
⚠️ Häufige Fehler in der Prüfung:
- Den Fremdschlüssel auf die falsche Seite setzen (bei 1:n auf die 1-Seite statt auf die n-Seite).
- Die n:m-Beziehung ohne Zwischentabelle „direkt" verbinden. Das geht in einer relationalen Datenbank nicht.
- Den Primärschlüssel vergessen. Jede Tabelle braucht einen, denn er identifiziert jeden Datensatz eindeutig.
- Kardinalität aus der falschen Richtung lesen: „Ein Kunde hat viele Aufträge" ist aus Kundensicht 1:n, aus Auftragssicht n:1. Beides beschreibt dieselbe Beziehung.
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Ein Kunde kann viele Aufträge haben, jeder Auftrag gehört zu genau einem Kunden. Welche Kardinalität ist das?
Wie wird eine n:m-Beziehung in einer relationalen Datenbank umgesetzt?
Wohin gehört der Fremdschlüssel bei der Beziehung Kunde (1) zu Auftrag (n)?
Ein Schüler kann viele Kurse belegen, ein Kurs hat viele Schüler. Welche Kardinalität liegt vor?
Was identifiziert einen Datensatz in einer Tabelle eindeutig?
Häufige Fragen
Was ist ein ER-Diagramm?
Ein Entity-Relationship-Diagramm modelliert einen Datenbestand grafisch: Entitäten (Objekte wie Kunde oder Artikel), deren Attribute und die Beziehungen zwischen den Entitäten inklusive Kardinalitäten. Es ist die Vorstufe zum Tabellenentwurf einer relationalen Datenbank.
Welche Kardinalitäten gibt es?
Die drei Grundtypen sind 1:1 (jedem A gehört genau ein B), 1:n (ein A hat beliebig viele B) und n:m (viele A stehen mit vielen B in Beziehung). In der Prüfung wird oft die passende Kardinalität zu einem Sachverhalt gesucht.
Wie löst man eine n:m-Beziehung auf?
Durch eine Zwischentabelle, die die Primärschlüssel beider Entitäten als Fremdschlüssel enthält und die n:m-Beziehung in zwei 1:n-Beziehungen zerlegt. Die Zwischentabelle kann eigene Attribute tragen, etwa eine Note bei Schüler-Kurs.
Wohin kommt der Fremdschlüssel bei einer 1:n-Beziehung?
Immer in die Tabelle der n-Seite. Beispiel Kunde–Auftrag: Die kunden_nr steht als Fremdschlüssel in der Auftragstabelle, denn jeder Auftrag gehört zu genau einem Kunden.
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